Historischer TV-Deal: So viel wurde noch nie beim österreichischen „Höhle der Löwen“ investiert!

28.02.2025 um 06:30 Uhr
    Christian Jäger, Wolfgang und Meike Grabher  | © ©PULS 4/Gerry Frank
    Sind glücklich nach dem Sun Minimeal-Pitch: Christian Jäger, Wolfgang und Meike Grabher | ©©PULS 4/Gerry Frank

    Das österreichische „Die Höhle der Löwen“ sorgt für Schlagzeilen: In der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“investiert Unternehmer Christian Jäger mit 4 Millionen Euro die bisher höchste Summe in der Geschichte der TV-show. Ein Schweizer Start-up überzeugte – und löste eine hitzige Bieterschlacht aus.

    "Die Höhle der Löwen": Heftiger Shitstorm für geplatzte Deals

    Rekord-Deal bei „2 Minuten 2 Millionen“: 4 Millionen Euro für revolutionäres Food-Startup

    In der österreichischen Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ auf PULS 4 – dem Pendant zur deutschen „Höhle der Löwen“ – ging am 27. Februar 2025 die wohl größte Investition in der Geschichte aller TV-Investorenshows über die Bühne. Unternehmer Christian Jäger zückte sage und schreibe 4 Millionen Euro, um sich einen Anteil an Sun Minimeal zu sichern. Doch warum war es ihm DIESE Summe wert? 

    Tatsächlich hat das Schweizer Unternehmen SUN AG mit Sun Minimeal laut Jäger eine echte eine Innovation in den Pitch gebracht. Gründer Wolfgang Grabher will nichts weniger, als die Art, wie wir essen, revolutionieren. Konkret ist Sun Minimeal ein Mahlzeitenersatz, der alle essenziellen Nährstoffe in der perfekten Menge liefert, und zwar mit nur 800 Kilokalorien pro Tag. Und: Alle Nährstoffe kommen direkt aus der Natur, nicht aus dem Labor. Da staunten selbst die erfahrenen Investoren nicht schlecht. 

    Bieterschlacht um Millionen-Deal 

    Die Diskussion um den Deal war entsprechend hitzig. Die Nachfrage nach einem Investment war riesig. Doch am Ende setzte sich Christian Jäger durch – und das mit einer Summe, die in der TV-Startup-Welt ihresgleichen sucht: 4 Millionen Euro für 6,5 % Firmenanteile.

    Kein Wunder, dass Jäger begeistert ist: „Nachhaltige Lebensmittel auf Pflanzenbasis, die sowohl für die Umwelt als auch für die Gesundheit von Menschen einen echten Mehrwert bieten – genau mein Ding!“

    Und auch Gründer Wolfgang Grabher ist überglücklich: „Vor 10 Jahren kam mir die Idee auf einer Antarktis-Reise – jetzt haben wir mit Christian Jäger den perfekten Investor gefunden.“

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    Ein körperlich beeinträchtigter Gründer beeindruckt die Löwen wie wenige vor ihm. Er stellt eine per Kopf- und Augenbewegungen bedienbare Software vor - und holt sich den Deal. Eine andere Erfindung widmet sich einem profaneren Thema. Hier heißt es einfach nur: Auf jeden WC-Topf passt ein Deckel. Gründer Anton Wachner ist seit Geburt körperlich schwer beeinträchtigt. Allen Hindernissen zum Trotz hat er eine Software entwickelt, die die Welt von behinderten Menschen auf den Kopf stellen könnte. FourWays kann per Kopf- und Augenbewegungen gesteuert werden - was für ein riesiger Schritt, den er in der "Die Höhle der Löwen" (montags, 20:15 Uhr, bei Vox oder RTL+) vorstellt. Andere Deals kommen schon etwas verzwickter daher. So manchem Deal stehen Investments der Vergangenheit im Weg. Interessens-Clinch verhindert Investment Gleich der erste Pitch bringt die Löwen in Gewissensbisse. Die Gründer Andreas Tscheinig (60) aus Bisingen und Josef Bogenschütz (58) stellen mit Rollerback eine Rückenstütze für den Fahrradsattel vor. Die beiden Fahrrad-Tüftler versprechen gleich zwei Effekte: mehr Performance, aber vor allem Schonung für den Rücken, der durch ihr Produkt entlastet wird. Für 150.000 Euro bieten sie 20 Prozent ihrer Firmenanteile. Eine flexible Rücklehne fürs Rad: "Braucht man das wirklich?", fragt sich nicht nur Löwin Judith Williams (53). Am besten testen: Samt High Heels schwingt sich die forsche Löwin auf den Rad-Simulator und spürt, genau wie ihre Kollegen Ralf Dümmel (57) und Nils Glagau (48) die Vorteile der Neu-Erfindung fürs Rad. Gegenwind für eine Investition in Rollerback erzeugt hingegen der Verkaufspreis von 299 Euro. Investorin Tijen Onaran (39), Judith Williams und Nils Glagau sind danach raus. Dagegen stecken Carsten Maschmeyer (65) und Ralf Dümmel in Sachen Rollerback-Investement fleißig die Köpfe zusammen. Aber: Beide haben 2023 in das Start-up Freibeik investiert, das ähnliche Effekte verspricht und auf eine ähnliche Käufergruppe abzielt. "So leid es uns tut: Wir bleiben bei Freibeik und sind bei Rollerback raus", so Carsten Maschmeyer. So treten die beiden Erfinder ohne Rückenwind durch ein Investment die Heimreise an. "Ich bin für das Thema der Beste" Ihre Start-up-Idee ist buchstäblich fürs Klo: der WC-Star von Sanitär-Meister Michael Grundmann (61) und Francesco La Pica (57). Ihr langlebiges Reinigungs- und Entkalkungs-Set wird direkt in den Spülkasten der Toilette eingesetzt. Es soll unnötigen Plastikmüll vermeiden und die Toilette gründlicher reinigen. Das Angebot der beiden WC-Tüftler: 25.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Die Gründer referieren, dass die Deutschen durchschnittlich 17 Minuten täglich auf der Toilette verbringen - ganze drei Jahre im Leben. Doch ist ein Löwe bereit, noch langfristiger ins Toiletten-Geschäft einzusteigen? "Für mich ist der WC-Star wirklich ein Star", ist Ralf Dümmel begeistert. "Ich will nicht respektlos sein, aber ich bin für das Thema der Beste." Damit nutzt Dümmel die Gunst der Stunde. Und den Gründern bleibt nur noch, in den Deal mit ihrem Wunsch-Löwen einzuwilligen. Künftig heißt es: A WC-Star is born! "Die gesamte Löwen-Riege hat sich in Dich verliebt" Gründerin Azuka Stekovics (39) hat mit Lanin Labs ein Pflegeserum für melaninreiche, also dunklere Haut kreiert. Melaninreiche Haut hat einen "phänomenalen Vorteil" und einen offensichtlichen Nachteil. Sie altert zwar 10 bis 15 Jahre langsamer als helle Haut. Feuchtigkeit und Wirkstoffe werden von dunklerer Haut jedoch nicht so einfach aufgenommen. Weil der Handel bislang kaum Hautpflege für melaninreiche Haut anbietet, hat sie kurzerhand ihre eigene Pflege-Serie entwickelt. Es liegt nahe, dass Beauty-Expertin Judith Williams in Lanin Labs investiert. Schließlich haben all ihre Hautpflege-Investments im Rahmen von "Die Höhle der Löwen" nach eigener Aussage "gigantisch funktioniert". Doch ausgerechnet sie bemängelt den Duft des Produkts und die leicht klebrige Konsistenz. Der Verkaufspreis von aktuell 60 Euro erschwert den Deal zusätzlich. Tillman Schulz (35) hält einen Verkaufspreis von 29,95 Euro für die Obergrenze. Judith Williams sieht Lanin Labs ausschließlich im Online-Handel. Löwin Janna Ensthaler (40) fasst das Löwen-Dilemma zusammen: "Die gesamte Löwen-Riege hat sich in Dich verliebt. Trotzdem müssen wir rational bleiben." Am Ende ist nur noch Judith Williams im Rennen. Doch auch für sie ist Lanin Labs zum aktuellen Stand "uninvestierbar." Auch sie steigt am Ende aus. "Du bist ein großes Vorbild für uns alle" Anton Wachner (38) gehört wohl zu den beeindruckendsten Gründern der zehnjährigen Format-Geschichte. Der studierte Wirtschaftsinformatiker ist seit seiner Geburt körperlich stark beeinträchtigt und sitzt im Rollstuhl. Aufhalten lässt er sich davon zu keiner Sekunde. Mit FourWays hat er gemeinsam mit Kollegin Sophie Kramer (30) eine Software entwickelt, die die Steuerung von Computern, Tablets und Handys mittels Kopf- und Augenbewegungen möglich macht. Seine Erfindung eröffnet all jenen, die aus körperlichen Gründen die Tastatur nicht bedienen können, ungeahnte Perspektiven. Die Löwen hinterlässt Antons Pitch tief beeindruckt. 

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    Zum zehnjährigen Jubiläum schauen zwei Löwen der ersten Stunde vorbei: Jochen Schweizer und Frank Thelen. Die Löwen-Runde kann so viel Investoren-Erfahrung gut gebrauchen. Es stehen Jubiläums-Pitches an, die unter die Haut gehen. Eine Gründer-Idee treibt Judith Williams die Tränen in die Augen. Zur Jubiläumsfolge nehmen Jochen Schweizer (67) und Frank Thelen (48) nach jahrelanger Pause wieder einmal auf den Investoren-Sesseln von "Die Höhle der Löwen" (montags, 20:15 Uhr, bei VOX oder auf RTL+) Platz. Für Sentimentalitäten ist jedoch wenig Zeit. Die neuen Pitches verlangen die ganze Aufmerksamkeit der Löwen. Denn ihnen stehen hochemotionale Business-Entscheidungen bevor, die bis in ihr Familienleben reichen. "Wenn das stimmt, ist das eine totale Revolution" Brigitte Steinmeyer (61) ist zum zweiten Mal Gast in der "Höhle der Löwen". Die Kosmetikerin aus Zug in der Schweiz konnte damals keinen Deal abschließen. Mit ihrem neuen Beauty-Produkt, dem "Diamazing Beauty Serum", soll es besser laufen. Das Serum enthält winzige Bestandteile von Zucht-Diamanten sowie Hyaluronmoleküle. Neben der straffenden und verjüngenden Wirkung soll das Serum auch als natürlicher Sun-Blocker dienen. Beauty-Expertin Judith Williams (53) reagiert begeistert: "Wenn das stimmt, dann ist das eine totale Revolution." Für 100.000 Euro bietet die Gründerin zehn Prozent der Firmenanteile. Mit dem Serum hat sie bereits 260.000 Euro Umsatz erzielt. Kein Wunder: Während die Herstellung des Serums 15 Euro kostet, wird es im Handel für stolze 139 Euro verkauft. Ralf Dümmel (57) findet den Verkaufspreis "viel zu hoch" und steigt aus. Auch Jochen Schweizer und Carsten Maschmeyer (65) lassen die Finger von dem Serum. Währenddessen tuscheln Judith Williams und Frank Thelen miteinander - und machen der Beauty-Gründerin ein Angebot. "Wir würden 100.000 Euro investieren, allerdings für vierzig Prozent." Gibt die Gründerin so viel ab? Sie überlegt nur kurz, dann schlägt sie enthusiastisch zu: "Wir machen den Deal." Carsten Maschmeyer und Jochen Schweizer bleiben weiter skeptisch. "Sie sagt sich: 'Ich schaffe es sowieso nicht, ich nehme den Strohhalm'", so Maschmeyer. Frank Thelen kontert lächelnd: "Uns als Strohhalm zu titulieren, jetzt ist aber echt mal gut." "Ich bin raus, aber mit meinem Herzen drin" Der Geruchssinn von Hunden soll bis zu 10.000 Mal feiner sein als der des Menschen. Aber kann ein Hund anhand des Atems eines potenziell Erkrankten auch Lungenkrebs erschnüffeln? In ihrem Pitch behaupten Hundetrainer Florian Wienen (34) aus Erkelenz und sein Kompagnon Alexander Maßen (47): Ihre Hunde von "DogScan" können Lungenkrebs im frühen Stadium riechen. Warum das so wichtig ist, macht Facharzt Ali Bouklloâ (36) aus Düsseldorf deutlich: "Würde man die Krankheit frühzeitig erkennen, bestünde eine Heilungschance von siebzig Prozent."

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