Das schaurigschöne Genre wird unterschätzt! Zwischen billigen Schockeffekten und lieblosen Zombie-Apokalypsen finden sich eine Reihe tiefgründiger Gruselstorys, die mit psychologischem Horror und existenziellen Ängsten spielen. Und okay, ein bisschen Erschrecken ist erlaubt – solange es nicht nur der Jumpscare um des Jumpscares willen ist. Hier haben wir die besten Horrorfilme auf Netflix für diejenigen gesammelt, die sich trauen.
Klar, im Angebot des Streamingriesen finden sich auch die Klassiker wie "Saw", "Hostel", "Es" oder "Halloween". Doch daneben überraschen eine Reihe von Netflix-Originalen immer wieder mit mutigen Experimenten. Originelle Ideen, düstere Stimmungen und unerwartete Wendungen sorgen für frischen Wind in der Horror-Sparte und beweisen, dass das Genre noch lange nicht auserzählt ist. Diese Titel gehören unbedingt auf die Watchlist – egal ob du auf leise Gruselstorys oder laute Schocker stehst:
Freunde, die im Wald auf Unheilvolles stoßen - so fangen viele Horrorfilme an. Bei "The Ritual" geht die Geschichte aber ein wenig anders als in den typischen Waldhütten-Gruselstorys:
Luke, Hutch, Phil und Dom unternehmen eine Wanderung durch die abgelegenen Wälder Nordschwedens – eine Reise, die sie ihrem verstorbenen Freund widmen, der ein halbes Jahr zuvor bei einem tragischen Überfall ums Leben kam. Doch was als harmlose Trekkingtour beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum. Je tiefer die Männer in den dunklen Wald vordringen, desto stärker verschwimmen Realität und Wahn. Als sie verstümmelte Tierleichen entdecken und sich unerklärliche Verletzungen häufen, wird klar: Sie sind nicht allein.
Ab in den Albtraum Wildnis: "The Ritual" hier bei Netflix schauen.*
Hier versteckt sich das Grauen nicht im Wald, sondern – wie so oft – in einem alten Haus. Der spanische Horrorfilm "Voces" lohnt sich aber trotz oder gerade wegen der altbekannten Spukhaus-Geschichte im neuen Gewand. Daniel und Sara ziehen mit ihrem 9-jährigen Sohn Eric raus aufs Land, um eine verlassene Villa zu renovieren. Was sie nicht wissen: In der Nachbarschaft gilt das Haus als verflucht. Anfangs tun sie die Gerüchte als Aberglauben ab. Doch als ihr Sohn plötzlich Stimmen hört, die aus jeder Ecke des Hauses zu kommen scheinen, wird der Familie schnell klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.
"Voces" steht bei Netflix zum Abruf bereit.*
Wie der Titel schon verrät, geht es in diesem italienischen Netflix-Horrorstreifen ganz klassisch zu – zumindest zunächst. Fünf Fremde teilen sich eine Fahrgemeinschaft im Wohnmobil, ihr Ziel: Kalabrien. Doch nach einem Unfall findet sich die Gruppe mitten im Nirgendwo wieder – hier ist weit und breit nichts, nur eine unheimliche Hütte auf einer Lichtung. Was als typisches Slasher-Szenario beginnt, entpuppt sich schnell als weitaus perfider. "A Classic Horror Story" spielt mit den Erwartungen des Publikums, liefert bewusste Genre-Klischees und dreht die Story in eine Richtung, die nicht jedem gefallen dürfte. Doch genau darin liegt der Reiz, finden wir.
Hier sich selbst eine Meinung zum ungewöhnlichen Netflix-Horrorfilm machen.*
Nach langer Flucht vor dem Krieg im Sudan sind Bol (Sope Dirisu) und Rial (Wunmi Mosaku) endlich in Großbritannien angekommen. Doch anstelle eines Neuanfangs, einer Perspektive und ein wenig Glück erwartet sie hier das nächste Grauen: Sie werden in ein heruntergekommenes Haus am Stadtrand verfrachtet. Doch der Zustand der Unterkunft, die feindselige Nachbarschaft oder die strengen Auflagen der Behörden sind nicht ihre einzigen Probleme. Etwas lebt in den Wänden, etwas Dunkles, das sie beobachtet, sie quält und ihre schlimmsten Schuldgefühle zum Leben erweckt. "His House" verbindet psychologischen Horror mit gesellschaftlicher Kritik und erzählt eindringlich von Trauma, Schuld und Entwurzelung. Definitiv mehr als nur ein klassischer Haunted-House-Film!
Willkommen im schaurigen Stephen-King-Kosmos: Dieser Film, basierend auf einer Novelle des Meisters des Horrors, entführt uns in die Einöde Nebraskas im Jahr 1922. Im Mittelpunkt steht der Farmer Wilfred James (Thomas Jane), dessen ganzer Stolz sein 40 Hektar großes Land ist. Doch als seine Frau Arlette (Molly Parker) droht, ihn zu verlassen und das Land zu verkaufen, fasst Wilfred einen düsteren Entschluss, der ihm nicht nur seinen Verstand kosten wird. Ein Psychodrama über Gier und Schuld, das langsam, aber unerbittlich unter die Haut geht.
Wer die zugleich traurige wie verstörende Geschichte sehen will: Hier geht's direkt zu Netflix.*
Wir bleiben bei Stephen-King-Adaptionen. In der Verfilmung seines gleichnamigen Horrorromans machem die Geschwister Cal (Avery Whitted) und Becky (Laysla De Oliveira) einen fatalen Fehler, als sie während ihres Roadtrips einen Stopp am Feldrand einlegen. Aus dem sonderbar hohen Gras hören sie die Hilferufe eines Jungen – und folgen ihnen. Doch das dichte Grün verschlingt sie in eine endlose, albtraumhafte Dimension. Raum und Zeit funktionieren hier anders. Jeder Versuch, sich zu orientieren, scheitert. Und zwischen den Halmen lauert eine unheimliche Präsenz.
Stephen King, die dritte. "Das Spiel" handelt von Jessie (Carla Gugino) und Gerald Burlingame (Bruce Greenwood), die mit erotischen Fesselspielen frischen Schwung in ihr Sexleben bringen wollen. Um ungestört zu sein, fahren sie in ihr abgelegenes Landhaus in die Wälder von Maine. Doch so mit Handschellen ans Bett gefesselt, ist Jessie das Spiel schnell zu viel – sie bittet Gerald, sie zu befreien. Doch bevor er das tun kann, erleidet er einen Herzinfarkt und stirbt. Was folgt, ist ein intensiver Überlebenskampf. Jessie ist nicht nur der scheinbar ausweglosen Lage ausgeliefert, sondern auch sich selbst – ihren Ängsten, Erinnerungen und den dunklen Stimmen in ihrem Kopf. Einer der besten Horrorfilme auf Netflix, wenn ihr uns fragt.
Eli (Charlie Shotwell) leidet an einer seltenen Autoimmunerkrankung. Keime der Außenwelt könnten ihn töten, weshalb der 11-Jährige sein Leben in einem trasparenten Zelt verbringen muss. Doch neue Hoffnung keimt auf, als seine Eltern (Kelly Reilly und Max Martini) ihn in die Hände von Dr. Horn (Lili Taylor) geben, die in ihrer abgelegenen Klinik eine vielversprechende Therapie anbietet. Schon bald gehen in dem Haus, das ihm Heilung verspricht, unhleimliche Dinge vor sich. Stimmen flüstern aus den Wänden, Schatten huschen durch die Flure, und immer häufiger zweifelt Eli an dem, was seine Eltern und das Klinikpersonal ihm erzählen.
Die Kleinstadt Shadyside leidet unter einem jahrhundertealten Fluch. Immer wieder kommt es zu grauenvollen Mordserien, die scheinbar harmlose Shadysider aus dem Nichts begehen. Doch warum? Genau das will die Clique um Deena (Kiana Madeira) in "Fear Street – Teil 1: 1994" herausfinden. Ihre Nachforschungen führen sie zu einem düsteren Zusammenhang mit schrecklichen Ereignissen, die sich 1978 (Teil 2) und 1666 (Teil 3) zugetragen haben. Die Verfilmung der gleichnamigen Buchreihe von R. L. Stine ("Gänsehaut") überrascht mit kompromissloser Brutalität. "Fear Street" ist kein klassischer Teen-Slasher, sondern wesentlich härter und mutiger als erwartet – mit viel Retro-Charme noch mehr Kunstblut.
Hier mit Teil eins starten und die anderen zwei direkt nachschieben: "Fear Street" bei Netflix.*
Die begnadete Cellistin Charlotte (Allison Williams) war gezwungen, ihre Musikausbildung zu unterbrechen. Nun will sie ihre Verbindung zur renommierten Musikschule und ihrem ehemaligen Mentor wieder aufnehmen. Dabei trifft sie auf Lizzie (Logan Browning), die in ihrer Abwesenheit ihren Platz eingenommen hat und inzwischen als Star der Schule gefeiert wird. Die zwei Frauen freunden sich an und kommen sich nach einer Party auch körperlich näher. Doch was als Bewunderung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer düsteren, verstörenden Dynamik. Ein perfider Netflix-Horrorfilm, der das Publikum nicht nur einmal hinters Licht führt.
Hier ist alles anders, als es scheint und vor allem nicht perfekt: Direkt zum Film klicken.*
Sechs Jahre musste Li Ruo-nan warten, um ihre Tochter Dodo wieder bei sich aufnehmen zu dürfen. Doch die Freude über das Wiedersehen währt nicht lange: Nachts scheint sich die Kleine mit einer unsichtbaren Präsenz zu unterhalten, und schon bald häufen sich übernatürliche Vorfälle. Dann sterben plötzlich Menschen in Li Ruo-nans direktem Umfeld unter mysteriösen Umständen. Der taiwanesische Found-Footage-Horror basiert lose auf der Geschichte einer realen Sekte. Wer auf Filme wie "The Blair Witch Project" oder "Paranormal Activity" steht, sollte sich "Incantation" nicht entgehen lassen.
Die Geschichte eines dystopischen Gefängnisses mit einer makabren Art der Essensausgabe darf in der Liste der besten Netflix-Horrorfilme nicht fehlen. Sieben Punkte auf IMDb sprechen für sich! "Der Schacht" und "Der Schacht 2" (2024) spielen irgendwann in der Zukunft in einem Gefängnis mit 333 vertikal übereinander gestapelten Zellen, in denen jeweils zwei Personen untergebracht sind. Von oben fährt täglich eine Plattform mit Lebensmitteln nach unten. Die grausame Rechnung: Wer oben sitzt, kann sich satt essen, während die Menschen in den unteren Etagen verhungern. Damit alle überleben, müsste gerecht geteilt werden – doch das ist aussichtslos. Ein brutaler Kampf um die letzten Essensreste entbrennt. Menschlichkeit? Mangelware.
Spanischen Horrorhit "Der Schacht" hier im Netflix-Abo sehen.*
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